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Soziologie | Familie und ander Lebensformen

 

Hier findest du alles über Familie und andere Lebensformen.

Moderne Lebensformen


 

Traditionelle Familie und neue Lebensformen im Vergleich


Merkmale der Normalfamilie Abweichungen von der Normalfamilie
Verheiratet Alleinwohnende ("Singles"); Nichteheliche Lebensgemeinschaft
mit Kind / Kindern kinderlose Ehe
gemeinsamer Haushalt getrenntes Zusammenleben ("living apart together") 1)
zwei leibliche Eltern im Haushalt Ein-Eltern-Familie; Binukleare Familie ²); Stief- und Adoptivfamilie, Heterologe Inseminationsfamilie ³)
lebenslange Ehe Fortsetzungsehe (sukzessive Ehe) 4)
exklusive Monogamie Nichtexklusive Beziehungsformen
heterosexuell Gleichgeschlechtliche Paargemeinschaften
Mann als Haupternährer Egalitäre Ehe; Ehe mit Doppelkarriere5); Commuter-Ehe6); Hausmänner-Ehe
Haushalt mit 2 Erwachsenen Haushalt mit mehr als 2 Erwachsenen (Drei- und mehr-Generationenhaushalt, Wohngemeinschaft)
Peuckert, 1999, 30
 
1) Lebensform, bei der die Lebensphären der Partner relativ scharf voneinander abgegrenzt sind und relativ autonom geregelt werden, sei es in zwei getrennten eigenständigen Haushalten oder in einer Wohnung bei weitgehender Verselbstständigung der Lebensstile und Aktivitäten (z.B. eigener Freundeskreis)
²) Eine Familie lebt in zwei Haushalten. Beide Eltern kümmern sich um das Kind, wohnen aber jeweils getrennt in eigenen Haushalten; dieser Haushalts- und Familientyp kann, muss aber nicht die Folge einer Scheidung sein.
³) Lebensform, die durch die modernen Möglichkeiten künstlicher Befruchtung entsteht. Bei ihr ist die Einheit von sozialer und biologischer Elternschaft teilweise aufgehoben. Es gibt zwei Varianten von heterologer Insemination:
» Die Eizelle einer verheirateten Frau wird mit dem Samen eines Mannes befruchtet, der nicht der Ehemann ist.
» Die soziale Mutter trägt die implantierte Eizelle einer fremden Frau aus, die mit dem Samen des Ehemanns der sozialen Mutter befruchtet wurde.
4) Ehen, die durch Wiederverheiratung entstehen (nach dem Tod des Ehepartners oder - im steigenden Umfang - nach der Scheidung)
5) Lebensform, bei der Mann und Frau als Partner ihr Leben gleichermaßen auf ihre Karriere hin orientieren, z.B. Doppelverdiener ohne Kinder (im englischen Sprachraum "dinks" genannt - double income, no kids)
6) Diese Lebensform pflegen Ehepartner, die nur an verschiedenen Orten eine angemessene, sie persönlich befriedigende Beschäftigung finden können, die freiwillig die räumliche Trennung praktizieren und akzeptieren, und die ihre Beziehung als Pendler (= engl. commuter) aufrechterhalten.
 

Zum Begriff: Lebensform und Familie


a) Lebenskormen
"Unter Lebensformen werden relativ stabile Beziehungsmuster der Bevölkerung im privaten Bereich verstanden, die allgemein mit Formen des Alleinlebens oder Zusammenlebens (mit oder ohne Kinder) beschreiben werden können. Die Kriterien, die bei der begrifflichen Abgrenzung einer Lebensform Verwendung finden, ...
[sind]: das Vorhandensein eines Haushaltes, die Generationszusammensetzung des Haushaltes, die sozialrechtliche Stellung der Person und des/der etwaigen Partner/in, der Familienstand und die Kinderzahl. 'Familie' ist also ein unterzuordnender Begriff unter die Oberkategorie der 'privaten Lebensform'.
Lauterbach, 1999, 239
 
b) Familie
Im Folgenden soll ... gefragt werden, durch welche Kriterien sich die Familie von anderen Lebensformen in einer Gesellschaft unterscheidet, und zwar in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Diese konstitutiven Merkmale von Familie sind, und zwar gleichgültig, welche spezifische, historische oder regionale Ausprägungsform sie besitzen:
1. die biologisch-soziale Doppelnatur aufgrund der Übernahme der Reproduktions- und zumindest der Sozialisationsfunktion neben anderen, die kulturell variabel sind,
2. ein besonderes Kooperations- und Solidaritätsverhältnis; denn über die üblichen Gruppenmerkmale hinaus (wie z.B. gemeinsames Ziel, begrenzte Zahl, Struktur, Wir-Gefühl) wird in allen Gesellschaften der Familie eine ganz spezifische Rollenstruktur mit nur für sie geltenden Rollendefinitionen und Bezeichnungen (z.B. Vater/Mutter/Tochter/Sohn/Schwester usw.) zugewiesen (die Anzahl der Rollen und die Definition der Rollenerwartungen sind kulturabhängig),
3. die Generationsdifferenzierung. Es darf insofern hier nur die Generationsdifferenzierung (also das Eltern- bzw. Mutter oder Vater-Kind-Verhältnis) und nicht auch die Geschlechtsdifferenzierung, also nicht das Ehesubsystem, als essentielles Kriterium gewählt werden, weil es zu allen Zeiten und in allen Kulturen auch Familien gab (und gibt), die nie auf einem Ehesubsystem beruht haben oder deren Ehesubsytem im Laufe der Familienbiografie durch Rollenausfall, infolge von Tod, Trennung oder Scheidung, entfallen ist. Damit bilden allein erziehende Mütter und Väter sowie nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern auch Familiensysteme.
Nave-Herz, 1997, 5 f.
 

Abweichungen von der Normalfamilie


Vergleich Normalfamilie zur Abweichung von der Normalfamilie
50% traditionelle Familie Rest= Veränderung!
» Früher gab es auch schon alleinerziehende Elternteile Voraussetzungen haben sich geändert
 
Lebensformen vs. Familie
Gründe für die Entstehung pluraler Lebensformen
historische Entwicklungen Rückgang Eheschließungen + Geburten | Anstieg Ehescheidungen
Ausbreitung nichtehelicher Lebensgemeinschaften + anderer nichttraditioneller Lebensformen
 

Definitionen


» Kinder sind eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für Familie.
» Familie ist eine notwenige Voraussetzung für Haushalt, aber keine hinreichende.
 
1. Es leben 22.456 Familien im engeren Sinne 2002 in Deutschland inkl. unvollständiger Familien.
Sicherlich ist ein Ehepaar, dessen Kinder den Haushalt verlassen haben, eine Familie, da sie mit ihren Kindern immer noch eine Familie bilden, eben nur nicht mehr unter einem Dach. Gleichsetzen mit einem Ehepaar ohne Kinder kann man sie nicht, da eine intensive Bindung mit dementsprechendem Kontakt stetig vorhanden bleibt.
 
 
 


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